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Samstag, 16 Dezember 2023 08:53

Durchwachsene Hinrunde im siebten Oberligajahr

von Roland Scheumeister

Angesichts des ständigen Aufwärtstrends unseres Oberligateams, welches sich in sechs Jahren Zugehörigkeit zu einer festen Größe dieser Spielklasse entwickelt und zuletzt zwei Vizemeisterschaften geholt hat, waren die Erwartungen des mit den Erfolgen stetig gewachsenen Anhangs für das siebte Oberligajahr entsprechend gestiegen. Die Verantwortlichen im Vorstand und der sportlichen Führung blieben jedoch realistisch. Denn zunächst mussten einige personelle Baustellen abgearbeitet werden. So galt es, die Abgänge der agilen Angreifer Christoph Pauling (Meuselwitz), Filip Hasek (Bayern Hof) sowie hinsichtlich der Breite des Kaders des Defensiv-Akteurs Sergii Semeniuk (Lübben) zu kompensieren.

Mit den Zugängen Daniel Stanese, Artur Bednarczyk und Manuel Seibt waren diese Lücken nominell auch adäquat geschlossen worden. Doch beginnend mit dem ersten Spieltag musste das Trainergespann Toni Lempke & Lars Zimmermann ständig improvisieren, um die permanent anfallenden verletzungsbedingten Ausfälle im Stammaufgebot zu kaschieren. Schmerzlich vermisst wurde anfangs insbesondere unser Kapitän und Torgarant Andy Hebler, der lange an den Nachwirkungen seiner in der Sommerpause erfolgten Knieoperation laborierte und erst spät wieder ins Aufgebot kam. Mit Felix Geisler fiel ein potenzieller Stammspieler de facto die gesamte Hinrunde aus und auch die Newcomer Stanese (4 Einsätze) und Seibt (6) konnten verletzungsbedingt nur begrenzt ihre Qualitäten unter Beweis stellen. Weitere Leistungsträger fielen kurzzeitig aus.

Indes avancierte der vom Nord-Oberligisten Neustrelitz in den Sportpark gewechselte Artur Bednarczyk ob seines unbändigen Kampfgeistes diesbezüglich unserem "Pitbull" Paul Pahlow sehr ähnlich zum Liebling des Publikums. Obwohl nur selten über die gesamte Distanz eingesetzt, war er in allen Spielen präsent und führt dank seiner Schussgewalt mit sechs Buden auch die interne Torschützenliste vor Andy Hebler und Martin Zurawsky (je 5) an. Der nie enden wollende Personalmisere geschuldet waren auch die Nachrücker sehr oft gefragt. So gefordert haben sich mit Luca Grimm und Maximilian Tesche zwei junge Spieler mit starken Leistungen in den Blickpunkt gespielt und damit dem Trainerteam deutlich signalisiert, dass sie echte Alternativen für die „Gesetzten“ sind und mit ihnen auch in der zweiten Halbserie zu rechnen ist. Ungeachtet aller Probleme hat sich die Mannschaft auf Rang fünf der Tabelle eingepegelt und liegt damit im Limit der Erwartungen.

Bei mehr Leistungskonstanz wäre der eine oder andere Punkt mehr drin gewesen. Denn die ständigen Umstellungen, aber auch Formschwankungen bewirkten eine Ergebnis-Achterbahnfahrt zwischen Top und Flop. Einem glücklichen Auftaktsieg in Rudolstadt folgte eine ernüchternde 1:4-Pleite gegen die allerdings sehr spielstarke Reserve des 1.FC Magdeburg. Dem folgten drei Siege, u. a. mit einem beachtlichen 3:1 in Auerbach. Die kleine Siegesserie wurde in Bischofswerda (1:3) gestoppt. Es folgte eine bittere 0:1-Heimpleite gegen Freital und ein 2:5 beim ambitionierten Regionalligaabsteiger Halberstadt. Dann wieder ein Hoch mit dem 3:0 über Grimma, einem 2:2 in Wernigerode und dem Superauftritt gegen den Spitzenreiter Plauen. Andy Hebler meldete sich in diesem Spitzenmatch eindrucksvoll zurück, indem er alle drei Tore zum in dieser Höhe überraschenden Sieg markierte. Doch schon im nächsten Spiel wurde das Auf und Ab dieser Herbstrunde durch ein 0:2 in Ludwigsfelde bestätigt. Mit einem 1:0 in Arnstadt verabschiedete sich die Mannschaft versöhnlich in die Winterpause.

Wenn es dann weiter geht, tanzen die 1921er weiter auf zwei Hochzeiten. Einerseits geht es darum, den Platz in der Spitzengruppe zu festigen und idealer Weise auszubauen und andererseits wieder wie in den letzten beiden Spielzeiten (Finale und Halbfinale) für Furore im Landespokal zu sorgen. Nach einem 7:3 in Lübben, dem sensationellen 3:1 über den Regionalligisten Luckenwalde und einem souveränen 13:0 beim Achtligisten Dahlewitz, stehen unsere Jungs wieder im Viertelfinale und wollen im dritten Anlauf die Sensation perfekt machen, wenn am 14.02.2024 der FC Energie im Sportpark im Match um den Einzug ins Halbfinale gastiert. Fazit zur Hinrunde: Der VfB 1921 Krieschow hat die Erwartungen erfüllt, welche durch die Erfolge der letzten Jahre auch nur schwer zu toppen sind. Dennoch sollte die Mannschaft das Potenzial haben, nicht zuletzt durch das gute Umfeld von Sponsoren, Vorstand, vielen ehrenamtlichen Helfern und einer treuen Anhängerschaft in der Lage sein, im kommenden Jahr das eine oder andere Achtungszeichen zu setzen. Vielleicht auch mit personeller Verstärkung.

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